In den Vordergrund / In den Hintergrund (10.0)

Mit Einführung von pdfToolbox 10 ermöglichen es die zwei folgenden Korrekturen die Abfolge zu ändern, in der grafische Objekte auf der Seite gestapelt (oder in welcher Reihenfolge die Objekte positioniert) werden:

  • In den Vordergrund
  • In den Hintergrund

In diesen Korrekturen muss eine Option konfiguriert werden, damit diese Korrektur von Nutzen ist: die Option "Anwenden auf:" definiert die Objekte, deren Stapelordnung relativ zu anderem Seiteninhalt geändert werden soll.

In den Vordergrund bewegt alle grafischen Objekte, die über den "Anwenden auf:"-Filter gefunden wurden, vor alle anderen grafischen Objekte auf der Seite. In anderen Worten: Sie werden erst gezeichnet, nachdem alle anderen Objekte auf der Seite gezeichnet wurden. Die Stapelreihenfolge aller bewegten grafischen Objekte relativ zu den anderen Objekten bleibt dabei erhalten.

In den Hintergrund hingegen bewegt alle grafischen Objekte, die über den "Anwenden auf:"-Filter gefunden wurden, hinter alle anderen grafischen Objekte auf der Seite. In anderen Worten: Sie werden gezeichnet, bevor alle anderen Objekte auf der Seite gezeichnet wurden. Die Stapelreihenfolge aller bewegten grafischen Objekte relativ zu den anderen Objekten bleibt dabei erhalten.

Beispiel: „Cutline“ in den Vordergrund

Ein einfaches Beispiel für den Einsatz der „In den Vordergrund“-Korrektur könnte sein, solche grafischen Objekte nach vorne zu bringen, die von nichts anderem überlappt werden dürfen. Das könnte für eine Schnittlinie (Cutline) zutreffen. Hierbei muss sichergestellt werden, dass die Darstellung nicht von anderen grafischen Objekten - mit einer identischen, vom Vektorpfad beschriebenen geometrische Form - beeinträchtigt wird. (Digitale Schneidegeräte verwenden in der Regel den Pfad eines bestimmten, farbigen Vektorobjekts - und nicht dessen visuelles Erscheinungsbild auf der Seite -, um zu bestimmen, wo das bedruckte Substrat geschnitten werden soll.)

Der folgende Screenshot zeigt eine typische Konfiguration:

Beispiel: nicht zu bedruckende Bereiche für die Klebefläche mit deckendem Weiß füllen und dafür die Markierung „ink free“ in den Vordergrund bringen

Im Verpackungsdruck ist es weit verbreitet, dass die bedruckten Medien nach dem Schneiden und Falzen in bestimmten Bereichen geklebt werden. Manchmal haftet der Klebstoff nicht so gut auf bereits bedruckten Flächen. Daher ist es hilfreich, wenn man sicherstellt, dass die Flächen, auf denen in der Weiterverarbeitung der Klebestoff aufgetragen wird, nicht bedruckt werden.

Eine Silhouetten-Korrektur erlaubt es, Flächen zu finden, die über grafische Objekte in einer speziellen Schmuckfarbe für die Klebeflächen ausgewiesen werden. Über diese grafischen Objekte lassen sich weiße Silhouetten über dieser Ebene platzieren. Der Nachteil ist, dass dann auch die Markierungen für die Klebefläche unterhalb der deckenden, weißen Fläche liegen und somit nicht mehr sichtbar sind. Um die Markierungen wieder sichtbar zu machen, kann die „In den Vordergrund“- Korrektur genutzt werden, um diese wieder oberhalb der weißen, deckenden Fläche zu platzieren.

Die im Beispiel verwendeten Dateien können hier heruntergeladen werden:

Das Beispiel-PDF enthält ein Etikett für einen Joghurtbecher. Dieses Etikett soll um den Becher gewickelt und an den Stellen geklebt werden, wo sich die Enden des Etiketts überlappen. Die grün gestreifte Fläche zeigt den Bereich an, der nicht bedruckt und wo der Klebstoff aufgetragen werden soll. Die Schmuckfarbe für diesen grün gestreiften Bereich trägt den Namen „ink free“. Auf dieser Grundlage wird eine deckende, weiße Fläche erzeugt, die den gleichen Bereich nutzt. Anschließend kann die grün gestreifte Fläche wieder in den Vordergrund bewegt werden.

Um eine deckende, weiße Fläche zu erzeugen, wird die Korrektur „Silhouetten erzeugen und anwenden“ genutzt.

Die Silhouette (die mit deckendem Weiß gefüllt werden soll) wird aus der Erscheinungsform der grün gestreiften Objekte abgeleitet (welche die Schmuckfarbe „Ink free“ verwenden).

Die deckende, weiße Fläche wird am sichersten über die Farbe Passermarken (Registerfarbe oder „All“) in einer Deckkraft von 0% erzeugt. Damit spielt es nicht einmal eine Rolle, ob das Weiß auf Überdrucken oder Aussparen gesetzt ist - es wird grafische Objekte auf jeder Druckplatte aussparen (solange es über allen anderen grafischen Objekten liegt).

Bei der Ausführung wird der Anwender gefragt, welche Schmuckfarbe gesucht werden soll (welche die nicht bedruckte Fläche repräsentieren soll).

Nach der Ausführung der Korrektur erscheint eine weiße Fläche oberhalb des „Ink free“- (nicht zu bedruckenden) Bereichs. Leider sind die grün gestreiften grafischen Objekte nicht mehr sichtbar. Ohne weitere Informationen lässt sich nicht sagen, ob der weiße Bereich aus Gestaltungsgründen so angelegt wurde, oder ob er aus anderen Gründen nicht bedruckt werden soll.

Eine gute Gegenmaßnahme ist hier die Möglichkeit, die grün gestreiften Objekte wieder über alle anderen grafischen Objekte zu platzieren. Dafür wird die „In den Vordergrund“-Korrektur wie folgt verwendet:

Bei der Ausführung wird der Anwender nach dem Schmuckfarbennamen der Objekte für die „ink free“-Markierungen gefragt.

Mit der Ausführung der Korrektur wurden die grün gestreiften Objekte in den Vordergrund vor alle anderen grafischen Objekte bewegt und sind somit wieder sichtbar.

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